Green Point Campground
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Kanada Roadtrip: Totempfähle, uralte Riesen und die wilde Westküste

Aufbruch in den Regenwald: Der Morgen auf Vancouver Island begann so, wie man es von einem Regenwald erwartet: kühl, feucht und mit dem beruhigenden Trommeln von Regentropfen auf dem Dach meines Wohnmobils. Nach einem entspannten Frühstück mit Blick auf das graue, friedliche Wasser war klar: Heute zieht es mich an die wilde Westküste. Es lag ein Tag voller kultureller Entdeckungen in Duncan, majestätischer Riesenbäume in Cathedral Grove und dem ungeschlagenen Panorama des Pacific Rim National Parks vor mir.

Die „City of Totems“ in Duncan

Bevor ich die Reise Richtung Ucluelet und Tofino antrat, machte ich einen Abstecher nach Duncan. Der Ort trägt stolz den Beinamen „City of Totems“. Entlang eines gut markierten Rundweges kann man zahlreiche Totempfähle bewundern, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Besonders spannend sind die kleinen Infotafeln an jedem Pfahl, die Details über die Künstler, die symbolisierten Wesen und die tiefe kulturelle Bedeutung der First Nations erklären. Da es noch früh war und kaum Betrieb herrschte, konnte ich die Stille und die Kunstwerke in aller Ruhe geniessen.

mehr Infos über die Totempfähle in Duncan

Duncan gilt als die „City of Totems“. Die Stadt beherbergt über 40 kunstvoll geschnitzte Totempfähle, die das Stadtbild prägen. Der Rundweg ist denkbar einfach zu finden: Er ist durch gelbe Fussabdrücke auf dem Boden markiert, die dich direkt von Pfahl zu Pfahl leiten. Diese Skulpturen sind weit mehr als nur Dekoration; sie erzählen die Geschichte, die Genealogie und die spirituellen Legenden der First Nations dieser Region, insbesondere der Cowichan-Stämme. Jeder Pfahl ist ein Unikat und spiegelt die tiefe Verbindung der indigenen Bevölkerung zu ihrer Umwelt und ihren Ahnen wider.

Ein Hauch von Oregon: Cathedral Grove

Nach dem obligatorischen Pumpkin Spice Latte (ich bin ja doch ein Gewohnheitstier!) startete die eigentliche Etappe. Die Fahrt über den Highway 4 ist spektakulär, aber für ein 30-Fuss-Wohnmobil auch fordernd. Nach einer kurzen Pause am malerischen Cameron Lake erreichte ich den MacMillan Provincial Park.

mehr Infos über Cathedral Grove

Cathedral Grove im MacMillan Provincial Park ist einer der zugänglichsten und zugleich beeindruckendsten Orte, um das Ökosystem eines gemässigten Regenwaldes auf Vancouver Island zu erleben. Einige der hier wachsenden Douglasien sind über 800 Jahre alt, erreichen Höhen von über 75 Metern und einen Stammdurchmesser von bis zu 9 Metern. Der Wald wirkt wie eine Kathedrale aus Holz – daher auch der Name. Es ist ein sensibles Ökosystem, das seit Jahrhunderten in einem empfindlichen Gleichgewicht zwischen Licht, Schatten und der enormen Feuchtigkeit des Pazifiks gedeiht.

Die Parkplatzsuche direkt am Rundweg gestaltete sich mit dem grossen RV schwierig, doch etwa einen Kilometer weiter fand ich eine Haltebucht. Der zusätzliche Fussmarsch war eine willkommene Bewegungseinheit an der frischen Luft. In Cathedral Grove steht man zwischen gigantischen Douglasien, die bis zu 800 Jahre alt sind. Die moosbewachsenen Stämme und die dichte Farnvegetation erinnerten mich stark an meine Reisen entlang der Küsten von Oregon und Washington – ein echter gemässerter Regenwald.

Ankunft an der Westküste: Green Point

Die Weiterfahrt nach Ucluelet war geprägt von schlechter werdendem Wetter, was die Fahrt durch die kurvigen Bergpässe fast schon mystisch machte. Da ich für den nächsten Tag eine Bootstour zur Bärenbeobachtung gebucht hatte, wollte ich vorab die Parkplatzsituation klären – mit einem 30-Fuss-Wohnmobil ist das in kleinen Küstenorten oft ein Puzzlespiel. Nach einer kurzen Erkundungstour beim örtlichen Campground gab mir die Mitarbeiterin den rettenden Tipp für spezielle RV-Stellplätze im Ort.

Mein Stellplatz für die Nacht war der Green Point Campground im Pacific Rim National Park Reserve. Der Platz ist spektakulär auf einer Klippe über dem Strand, mitten im dichten Küstenwald gelegen. Trotz des dichten Nebels liess ich mir einen Strandspaziergang nicht nehmen. Die raue Luft und das Rauschen der Brandung waren beeindruckend. Als der Regen wieder einsetzte, zog ich mich in die Wärme des Wohnmobils zurück – voller Vorfreude auf die Bären am nächsten Morgen.

Etappe: Duncan – Ucluelet – Green Point (ca. 190 km / 118 mi im Wohnmobil)

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Hast du auf deinen Roadtrips auch schon einmal erlebt, dass das Wetter deine Pläne völlig auf den Kopf gestellt hat, oder liebst du diese mystische Regenwald-Stimmung genauso wie ich? Warst du selbst schon einmal auf Vancouver Island unterwegs und hast die Totempfähle in Duncan besucht? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, stelle deine Fragen oder teile deine eigenen Reiseerfahrungen mit mir – ich freue mich auf den Austausch mit dir!

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