Kanada Roadtrip: Quer über Vancouver Island nach Campbell River
Auf dem Weg zur Lachs-Hauptstadt: Mein Weg führte mich heute weg vom tosenden Pazifik der Westküste, quer über Vancouver Island hinüber auf die Ostseite nach Campbell River. Der Ort trägt stolz den Titel der „Lachs-Hauptstadt der Welt“ – und genau hier wartete am nächsten Morgen ein ganz besonderes Abenteuer auf mich: eine Whale-Watching-Tour. Doch bevor ich mich in die Wellen stürzen konnte, stand erst einmal eine landschaftlich beeindruckende Fahrt durch das Herz der Insel auf dem Programm.
Verregnete Passstraßen und verwunschene Wälder
Die Fahrt über den Highway 4 und anschliessend den Inland Island Highway (Highway 19) war zwar streckenweise wieder recht verregnet, aber dennoch landschaftlich wunderschön. Die gigantischen, dichten Wälder, die sich links und rechts der Strasse erstrecken, wirken in diesem typisch kanadischen, wolkenverhangenen Licht fast schon verwunschen. Nach der Ankunft in Campbell River bezog ich erst einmal meinen Campground und machte mich bereit, die unmittelbare Umgebung zu erkunden.
mehr Infos über Campbell River u0026amp; die Lachse
Campbell River ist das Zentrum für die Lachsfischerei in British Columbia. Die Region ist weltweit dafür bekannt, dass hier alle fünf Pazifischen Lachsarten (Chinook, Coho, Sockeye, Pink und Chum) vorkommen.
Der Grund für diesen Reichtum ist die Lage an der „Discovery Passage“: Hier treffen nährstoffreiche Gezeitenströmungen auf die Flussmündungen. Die Lachse kehren zum Laichen in ihre Ursprungsgewässer zurück, was nicht nur Fischer anlockt, sondern auch die natürliche Nahrungsgrundlage für die beeindruckende Population an Orcas, Buckelwalen, Seeadlern und Bären in dieser Region bildet.



Donnernde Elk Falls und eine Lektion durch den Nebel
Mein erstes Ziel war eine Wanderung zu den berühmten Elk Falls. Die dortige Hängebrücke bietet einen spektakulären Blick auf die tosenden Wassermassen, die sich donnernd in den Canyon stürzen – eingerahmt von gigantischen, jahrhundertealten Douglasien.








mehr Infos über die Elk Falls
Der Elk Falls Provincial Park ist eines der Highlights auf Vancouver Island. Der Wasserfall selbst stürzt aus etwa 25 Metern Höhe in eine enge Schlucht. Besonders beeindruckend ist die 64 Meter lange Hängebrücke, die erst vor wenigen Jahren errichtet wurde.
Der Park schützt zudem einen der wenigen verbliebenen Bestände an „Old Growth“-Douglasien. Diese Baumriesen können über 700 Jahre alt werden und erreichen Wuchshöhen von weit über 60 Metern. Sie sind ein wichtiges Ökosystem und bieten Lebensraum für seltene Tierarten wie den Marmelalk, einen kleinen Seevogel, der seine Nester ausschliesslich hoch oben in den moosbewachsenen Ästen dieser alten Riesen baut.
Eigentlich hatte ich danach geplant, noch weiter in die höher gelegenen Regionen zu fahren, doch die Natur machte mir einen Strich durch die Rechnung: Es wurde schlagartig extrem nebelig. Als die Sicht gegen Null sank und die Landschaft komplett im Grau verschwand, siegte die Vernunft – ich brach den Ausflug ab und fuhr zurück ins Tal.
Sonnenminuten am Fluss und der „Knie-Check“
Wieder unten am Campbell River angekommen, wurde ich belohnt: Für einen kurzen Moment vertrieb die Sonne die Wolken und tauchte das Flussufer in ein wunderschönes, warmes Licht. Ich nutzte die Gelegenheit für eine entspannte Wanderung am Flusslauf und beobachtete eine Weile die Fliegenfischer, die hier geduldig im hüfttiefen Wasser standen.










Bei diesem Spaziergang merkte ich jedoch, dass mir mein Knie zunehmend Schmerzen bereitete. Das ständige Wechseln zwischen Gas und Bremse auf den extrem kurvigen Passstrassen der letzten Tage hatte Spuren hinterlassen. Die Pedale im 30-Fuss-Wohnmobil sind recht hoch und steil angeordnet, was auf Dauer eine ungewohnte Belastung für das Gelenk ist. Ich beschloss, für den Rest des Tages einen Gang herunterzuschalten und das Bein zu schonen.
Auf dem Rückweg zum Campingplatz gab es zur Belohnung noch einen Burger bei Wendy’s – die perfekte Nervennahrung nach einem langen Fahrtag. Den Abend verbrachte ich ganz entspannt am Lagerfeuer. Die Ruhe tat gut, schliesslich wollte ich am nächsten Morgen fit sein, wenn es hinaus auf das Wasser zu den Orcas und Buckelwalen geht!
Etappe: Anreise von der Westküste nach Campbell River (ca. 185 km / 115 mi im Wohnmobil)
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Warst du selbst schon einmal auf Vancouver Island unterwegs und hast die spektakuläre Natur dort erlebt? Wie gehst du auf langen Roadtrips mit körperlichen Zipperlein wie Knieschmerzen durch die ungewohnte Sitzposition im Camper um? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, stelle deine Fragen oder teile deine eigenen Reiseerfahrungen mit mir – ich freue mich auf den Austausch mit dir!
Übernachtung – Campground:
Thunderbird RV Park and Resort
Kosten: CA$ 121.80 (für zwei Nächte)
Der Thunderbird RV Park and Resort liegt direkt am malerischen Campbell River Estuary auf Vancouver Island und ist ein hervorragender Ausgangspunkt, um die Natur und Wildnis der Region zu erkunden. Der Platz bietet eine sehr gepflegte und ruhige Atmosphäre, die durch die direkte Lage am Wasser und den Blick auf den Discovery Passage Kanal besonders besticht. Die Anlage ist bekannt für ihre sauberen und modernen Einrichtungen, darunter gepflegte Sanitäranlagen, Duschen, ein Waschsalon und gut funktionierendes WLAN.
Was den Thunderbird RV Park and Resort besonders auszeichnet, ist die Nähe zur Stadt Campbell River bei gleichzeitigem Naturerlebnis. Man kann die Ruhe der Flussmündung genießen, Vögel beobachten oder direkt vom Platz aus zu Outdoor-Abenteuern starten. Die Stellplätze sind gut befestigt und bieten durch die großzügige Anordnung sowohl Komfort als auch eine angenehme Privatsphäre, während die Nähe zur Innenstadt mit Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten für praktische Bequemlichkeit sorgt.
Empfehlung: ★★★★★
Ich würde hier auf jeden Fall wieder übernachten.


